| Arbeitet der Mensch
zuviel?
Schematische Berechnung Unterstellt man, die Arbeitsproduktivität wachse
auch weiterhin alljährlich um einen bestimmten Vonhundertsatz,
dann ergibt sich - genau wie beim Bevölkerungszuwachs - ohne weiteres
rechnerisch, in wieviel Jahren sie sich verdoppelt. Bei gleich viel
Arbeit verdoppelt sich in diesem Zeitraum das Sozialprodukt; genau im
reziproken Verhältnis verringert sich die Arbeit, die benötigt
wird, um ein Sozialprodukt in der anfänglichen Größe
zu erstellen und damit die Lebenshaltung auf der anfänglichen Höhe
zu halten; dieser Aufwand an Arbeit wird in jedem dieser Zeiträume
halbiert. Bei 5 v. 14. jährlicher Steigerung der Arbeitsproduktivität
beträgt dieser Zeitraum rund 14 Jahre; das bedeutet in 28 Jahren
Vervierfachung, in 42 Jahren Verachtfachung des Sozialprodukts usw.
oder reziprok Verminderung des Arbeitsbedarfs je Produkteinheit auf
1/2, 1/4 1/8 usw. Beides sind erschreckende Vorstellungen. Wo sollen
wir ein derart ins Ungemessene wachsende Sozialprodukt lassen? Wie sollen
wir uns das menschliche 20, 10, 5 Stunden in der Leben vorstellen, wenn
wir statt der 4-Stunden-Woche nur noch Woche arbeiten sollen? Auch wenn
wir diese beiden Extreme vermeiden und ähnlich wie bisher einen
mittleren Weg gehen und die gestiegene Arbeitsproduktivität zum
Teil in Wachstum des Sozialprodukts, zum anderen Teil in Arbeitszeitverkürzung
umsetzen, ändert sich grundsätzlich nichts; nur die Zeiträume
sowohl der Verdoppelung als auch der Halbierung verlängern sich.
Das Sozialprodukt wächst weiterhin exponentiell und führt
zu entsprechend immer schneller fortschreitendem Aufbrauch der nur in
begrenzter Menge vorhandenen, nicht regenerierbaren Ressourcen. |
|
Das Bruttosozialprodukt
(BSP) ist der bisher umfassendste Indikator für die gesamtwirtschaftliche
Produktion von Gütern und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft
in einer Periode (meistens das laufende Jahr). Konkret mißt das
Bruttosozialprodukt die privatwirtschaftliche und staatliche Produktion,
die über Märkte abgewickelt wird. Da die staatlichen Leistungen
überwiegend unentgeltlich abgegeben werden und somit keine Marktpreise
zu ihrer Bewertung zur Verfügung stehen, werden diese bei der Messung
mit den Marktpreisen ihrer Inputfaktoren (also zu Herstellungskosten)
bewertet. Die außermarktliche Produktion des privaten Haushaltssektors
- wie z.B. die Leistungen der Hausfrauen, Reparaturen und Eigenarbeit
an Haus und im Garten -, die unentgeltlich erfolgt, ist nicht Teil des
Bruttosozialprodukts.[...] |
|
Fortschritt:
|
| MEINUNGEN ZUR ARBEIT
*Auf die Arbeit schimpft man nur so lange, bis man
keine mehr hat. Sinclair Lewis |
|
Aussagen der Kirche *"Der Mensch ist als Bild Gottes Mitarbeiter bei
der Schöpfung. Durch die schöpferische Arbeit findet er zu
sich selbst. Die Arbeit ist ein Gut für den Menschen, weil er durch
die Arbeit nicht nur die Natur umwandelt und seinen Bedürfnissen
anpaßt, sondern auch sich selbst als Mensch verwirklicht, ja gewissermaßen
´mehr Mensch wird´" (Johannes Paul II., Enzyklika
Laborem Exercens). |
Arbeit für alle
Ein Gleichnis Jesu - neu erzählt
Und er sah die große Menge vor den Arbeitsämtern. Die Menschen
taten ihm leid. Und er redete zu ihnen von der großen Liebe Gottes.
Als es Abend wurde, sagten seine Mitarbeiter: "Herr, schick´ die
Leute fort, es gibt doch keine Arbeit."
"Gebt ihr ihnen doch welche", so sagte er. "Gebt ihnen von
eurer Arbeit." "Wir haben selber kaum", sagten sie. "Und
was wir haben, dieses wenige, wie soll es reichen für so viele?"
Und er fragte: "Wie viel habt ihr?" Da war einer unter ihnen, der
hatte noch Aufträge für fünf Monate und weitere Arbeit für
zwei Wochen. Jesus nahm beides in die Hand. Er blickte zum Himmel und sprach
ein Dankgebet. Dann gab er beides seinen Mitarbeitern und sagte: "Teilt
aus an alle!" Und sie teilten das bißchen Arbeit und die Aufträge
an die Menge aus. Und siehe, alle konnten damit beschäftigt werden. Am
Ende blieb sogar noch Arbeit übrig. Sie staunten alle - die Arbeitslosen
und seine Mitarbeiter. Sie sahen, Unmögliches ist bei ihm möglich.
(Mk 6, 34-44) Josef Steiger